Leitfäden der FN

In Vorausschau auf künftige Lockerungen im Pferdesport hat die FN nun Leitfäden erstellt, die die möglichen Szenarien bei einem Wiedereinstieg abdecken.

Diese umfassen die Möglichkeiten, in welchem Rahmen Veranstaltungen künftig wieder stattfinden könnten und ebenso die Maßnahmen, an die es sich weiterhin zu halten gilt. Für alle Reitsportler, Züchter, Trainer und Turnierveranstalter sollen diese Leitfäden weisend sein.

Hier finden Sie die Leitfäden der FN als Download:

Leitfaden zur Durchführung von Zuchtveranstaltungen

Leitfaden zum Wiederbeginn von Seminarveranstaltungen

Leitfaden zum Wiederbeginn von Lehrgangsveranstaltungen

Planung und Durchführung von Turnierveranstaltungen

Pferdetourismus in Deutschland in akuter Existenznot

(15.04.2020 dwif / BAG DZP - Greven)

75% aller Reiterhöfe mit Feriengästen würden längere Schließzeiten deutlich über den April hinaus nicht überstehen

Die Coronakrise trifft die pferdetouristischen Betriebe und alle diejenigen, die Kinderreitferien oder Klassenreisen, Familienurlaub auf dem Reiterhof, Wanderritte, Ferienkurse rund ums Pferd oder Reitaufenthalte für Menschen mit Handicap anbieten, extrem hart.

Eine aktuelle, deutschlandweite Befragung der Bundesarbeitsgemeinschaft Deutschland zu Pferd e.V. (DzP) in Kooperation mit der dwif-Consulting GmbH aus dem Zeitraum 1.-13. April ergibt:

Der durchschnittliche Umsatzverlust pro Monat in diesen Betrieben mit jeweils knapp acht Vollbeschäftigen inkl. Unternehmerfamilie, Angestellten und Aushilfen beträgt mehr als 10.000 €. Schon bei den 287 Teilnehmer-betrieben an der Befragung summiert sich dies allein im Osterferien-zeitraum März und April bereits auf Einbußen in Höhe von 5,9 Mio. €, bis Oktober auf über 23,2 Mio. €. Ein Verlust mit fatalen Folgen, wie z.B. Entlassung von Mitarbeitern, Verkauf von Pferden bis hin zu Insolvenzen.

Hinzu kommen hohe Stornoquoten für die Monate Mai und Juni (61 %) sowie Juli / August (29 %), Tendenz wöchentlich steigend. Insbesondere die sozial- und familienpolitisch, aber auch wirtschaftlich für die Betriebe so wichtigen Kinderreiterferien, Klassenreisen, Familien und anderen Gruppen, wurden vielfach schon weit längerfristiger bis ins Jahr 2021 hinein storniert und drohen auf unabsehbare Zeit vollkommen wegzubrechen. Das verursacht neben den akuten Problemen massive Langfristschäden, die eine Breitenwirkung in den ländlichen Räumen Deutschlands nach sich ziehen.

„Sorge bereitet uns dabei vor allem, dass unsere Betriebe nicht einfach Maschinen abstellen können wie die Industrie“, so die Vorsitzende der DzP, Gerlinde Hoffmann. Die Kosten z.B. für Futter, Hufschmied und Tierarzt für die Pferde laufen unvermindert weiter – viele Betriebe haben 20 oder mehr eigene Pferde, nicht wenige sogar weit über 50. „Die staatlichen Sofort-hilfen sind daher umso wichtiger, sie können jedoch die hohen laufenden Kosten nicht annähernd kompensieren“, so Hoffmann.

Zudem ist der Pferdetourismus ein Saisongeschäft: „Von Ostern bis zu den Herbstferien muss das Geld für den Winter verdient werden. Bricht das weg, sind viele Betriebe spätestens Ende des Jahres akut insolvenz-gefährdet“, so Dr. Mathias Feige, Vorstandsmitglied von DzP und Geschäftsführer des dwif. Er berichtet, dass Betriebsinhaber daher schon jetzt an die eigene Altersversorgung gehen müssen. Nur 7 % der Befragten sind sich sicher, dass sie die Krise gut überstehen, weitere 19 % hoffen dies – in der Regel, weil Umsätze aus anderen Geschäftsbereichen, wie der Landwirtschaft, Verluste zumindest teilweise kompensieren können.

„Wir brauchen die Mitarbeitenden, um unsere 80 Pferde zu versorgen und Stall, Wiesen und Weiden in Ordnung zu halten“, so Rolf Roßbach, ebenfalls im Vorstand von DzP und selbst Betreiber eines Reiterhofes mit Schwerpunkt Kinder, Schulklassen und Familien in der Eifel. „Pfer-deverkauf ist für uns keine Option“, so Roßbach, „denn sie sind für uns Familienmitglieder! Außerdem pflegen und erhalten sie unsere gewachsene Kulturlandschaft!“

Natürlich reagieren die Unternehmer: 45 % der Befragten haben, neben vielen Maßnahmen zur generellen Kostenreduktion, bereits Kurzarbeit eingeführt, 8 % planen dies; 14 % mussten sogar schon Personal entlassen oder stellen nicht, wie sonst üblich, für die Saison weitere Mitarbeitende ein. So gehen Beschäftigungsverhältnisse im ländlichen Raum verloren!

Viele haben bereits Anträge auf Soforthilfen gestellt. „Aber: unsere pferdetouristischen Unternehmen benötigen jetzt mehr als Soforthilfen“, fassen Hoffmann und Feige die Situation zusammen, „denn die Kosten summieren sich täglich, ohne dass dem Einnahmen entgegenstehen“. Sie appellieren an die Landwirtschafts- und Wirtschaftsministerien von Bund und Ländern: „Denken Sie an diese Betriebe, die wertvolle Beiträge zur Landschaftspflege, der Wirtschaft und der sozialen Gemeinschaft im ländlichen Raum leisten!“

V.i.S.d.P.: Gerlinde Hoffmann (BAG DzP) und Dr. Mathias Feige (dwif)

Weitere Informationen:

Die Bundesarbeitsgemeinschaft Deutschland zu Pferd ist ein Zusammenschluss von Tourismus, Sport und Freizeit und vereinigt unter einem Dach die Fachkompetenz der Regionen, der Verbände und Interessenvertreter für den Pferdetourismus in Deutschland. Sie ist DER Zusammenschluss aller übergeordneten Bundesverbände zum Pferd mit dem Bundesverband für Urlaub im Ländlichen Raum mit bundesweit, landesweit und regional aktiven Verbänden und Organisationen, die den Pferdetourismus weiter forcieren!

Auf ihrer Homepage www.deutschlandzupferd.de werden pferdebezogene Urlaubsregionen, Urlaubswelten und pferdetouristische Veranstaltungen für die Urlaubsgäste in Deutschland aufbereitet und dargestellt. Mit nur ein paar Klicks finden Sie Ihren nächsten pferdebezogenen Urlaub in Familie, alleine oder in der Gruppe. Das Ziel der Bundesarbeitsgemeinschaft Deutschland zu Pferds e.V. ist es, die Attraktivität des Pferdelandes Deutschland zu steigern, erlebbar und buchbar zu gestalten und Marktforschungsdaten zu erheben, um das tatsächliche Marktvolumen und die wirtschaftliche Bedeutung des Pferdetourismus darlegen zu können.

Corona-Leitfaden für Pferdebetriebe

Das Niedersächsiche Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz hat heute einen Leitfaden zur Sicherstellung der Versorgung von Pferden und Eckpunkte zum Schutz vor Coronainfektionen veröffentlicht.

Dieser Leitfaden befasst sich damit, wie in Betrieben, in denen Pferde gehalten werden, mit der aktuellen Situation umgegangen werden soll. Dazu zählen die artgerechte Versorgung, die weiterhin sichergestellt werden muss, sowie Maßnahmen zum Infektionsschutz. Grundsätzlich gilt, dass der Aufenthalt in den Ställen auf ein Minimum reduziert werden soll, die notwendigen Behandlungen durch Tierarzt und Hufschmied, sowie Bewegung und Fütterung der Pferde aber weiterhin gewährleistet sein muss.

Es wird deutlich darauf hingewiesen, dass " Das Ziel der Anwesenheit in einer Reitanlage (...) nicht die Ausübung des Sports oder die Freizeitgestaltung" sei.

Auf der Webseite des Ministeriums finden Sie den gesamten Leitfaden als PDF zum downloaden.

Corona Leitfaden - Was gilt für Pferdebetriebe

08.04.2020

Heute veröffentlichte das Niedersächsische Landwirtschaftsministerium einen Leitfaden zur Sicherstellung der Versorgung von Pferden und Eckpunkte zum Schutz vor Coranainfektion. Dieser Leitfaden richtet sich an alle pferdehaltenden Betriebe, Vereine, Verbände und Privathalter und klärt wesentliche Fragen. Er zeigt auf, wie eine konsequent an die Situation angepasste Organisation aller Abläufe in der Pferdehaltung beziehungsweise -betreuung zu gestalten ist, damit die Anforderungen an den Infektionsschutz gewahrt werden. Der Leitfaden ist als maßgebliche Grundlage anzusehen. 

Die Mitteilung des Ministeriums finden Sie hier. Das Pdf mit dem Leitfaden kann auf dieser Seite ebenfalls unter "Was gilt für Pferdebetriebe" heruntergeladen werden. 

Leitfaden zur Sicherstellung der Versorgung von Pferden und Eckpunkte zum Schutz vor Coronainfektionen

Aufgrund der Coronavirus-Pandemie haben Maßnahmen zur Eindämmung der Verbreitung des Coronavirus (SARS-CoV-2) oberste Prioritäten. Dazu gehört auch, Kontakte zu anderen Menschen, die nicht zu Angehörigen des eigenen Hausstands gehören, auf ein absolutes Minimum zu reduzieren.

Selbstverständlich sind die Versorgung und Betreuung einschließlich Bewegung der Pferde entsprechend den Vorgaben des Tierschutzgesetzes weiterhin sicherzustellen. Dabei sind die Belange des Infektionsschutzes zwingend zu berücksichtigen, insbesondere die Einhaltung eines Mindestabstands von Mensch zu Mensch von 1,5 Metern. Um eine tiergerechte Versorgung und Bewegung von Pferden gewährleisten zu können, müssen dafür fachlich geeignete Personen pferdehaltende Betriebe betreten. Die Anzahl der Personen richtet sich nach Betriebsgröße bzw. Anzahl der Pferde. Dies hat unter Einhaltung der entsprechenden Vorschriften zur Verhinderung der Verbreitung des Coronavirus zu geschehen.

Der vorliegende Leitfaden klärt dazu wesentliche Fragen. Er zeigt auf, wie eine konsequent an die Situation angepasste Organisation aller Abläufe in der Pferdehaltung bzw. -betreuung zu gestalten ist, damit die Anforderungen an den Infektionsschutz gewahrt werden.

Anforderungen des Infektionsschutzes

Aktuelle Vorschriften und Informationen des Landes Niedersachsen zu Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus können unter www.niedersachsen.de/Coronavirus  abgerufen werden.

Informationen zum Schutz vor SARS-CoV-2 stellt darüber hinaus unter anderem auch die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung im Internet unter www.infektionsschutz.de  bereit.

Dieser Leitfaden überträgt die vorgenannten Vorschriften, Informationen und Empfehlungen auf die Haltung und Betreuung von bzw. den Umgang mit Pferden.

Wichtige Aspekte sind:

  •  Information aller Beteiligten
  •  Aufstellen und Einhaltung verbindlicher Regeln
  •  Beschränkung der sozialen Kontakte auf das unverzichtbar Notwendige
  •  Betreuung der Pferde durch andere Personen bei Quarantäne, Symptomen einer Erkrankung der Atemwege oder Fieber
  •  Abstandhalten und Verzicht auf Berührung / Händeschütteln
  •  Händehygiene (regelmäßiges Händewaschen und Fernhalten der Hände aus dem Gesicht)
  •  Beachtung der Husten- und Niesregeln.
Anforderungen des Tierschutzes

Nach § 2 Tierschutzgesetz muss jedes Tier seiner Art und seinen Bedürfnissen entsprechend angemessen ernährt, gepflegt und verhaltensgerecht untergebracht werden. Zudem darf die Möglichkeit zu artgemäßer Bewegung nicht so eingeschränkt werden, dass dem Tier dadurch Schmerzen oder vermeidbare Leiden oder Schäden zugefügt werden.

Dementsprechend ist unter Beachtung der Vorgaben zum Schutz vor SARS-CoV-2 zulässig: die Versorgung, Betreuung oder Ausführung (bzw. das Reiten) von selbst gehaltenen Tieren oder von Tieren, für die sonst eine Pflicht zur Versorgung besteht, soweit dies nicht gesondert eingeschränkt ist, sowie eine tierärztlich notwendige Versorgung.

Sichergestellt sein muss daher u. a.:

  •  Pferdegerechte Fütterung
  •  Pflege der Boxen (Ausmisten und Einstreuen, Kontrolle der Tröge und Tränken)
  •  Tägliche Tierkontrolle (Ist das Pferd gesund? Liegen Verletzungen vor?)
  •  Täglich mehrstündige Bewegung (kontrollierte und freie Bewegung). Es muss geprüft werden, ob und in welchem Umfang die durch Personen kontrollierte Bewegung des Pferdes reduziert werden kann und in wie weit z. B. der alleinige Weidegang, die Nutzung einer Bewegungsanlage (z. B. Führanlage) oder der Gang auf das Paddock ausreichend sind.
  •  Notwendige tierärztliche Versorgung
  •  Notwendige Versorgung durch den Schmied.

Maßgaben für die Umsetzung

1. Organisatorische Aspekte

Benennung einer verantwortlichen Person

Für die Umsetzung und Einhaltung der notwendigen Regeln bedarf es einer verantwortlichen Person. In Pensionsbetrieben und Reitschulen ist das in der Regel der Betriebsleiter. Bei Vereinen liegt die Verantwortung in den Händen des Vorstandes. Bei Bedarf kann die Aufgabe an geeignete Personen delegiert werden. Dies ist zu dokumentieren.

Information und Kommunikation

Es ist zwingend erforderlich, dass alle Beteiligten einen guten Kenntnisstand zum Infektionsschutz besitzen und aufgestellte Verhaltensregeln eingehalten werden. Eine Missachtung der Regeln muss unterbunden werden. Personen in Quarantäne oder mit respiratorischen Symptomen bzw. Fieber haben keinen Zutritt! Für die Kommunikation von Hinweisen eignen sich Aushänge, Schautafeln, Internet, Messenger, E-Mail und andere digitale Formate sowie persönliche Einzelgespräche durch die Leitung unter Beachtung der Mindestabstandsregelung. Zusammenkünfte sind aus Infektionsgründen zu unterlassen bzw. auf höchstens zwei Personen bei einem Mindestabstand von 1,5 Metern zu beschränken.

Begrenzung und Festlegung von Anwesenheitszeiten

Ausschließlich für die Versorgung und Bewegung der Pferde notwendige Personen haben Zutritt. Die Anwesenheitszeit wird grundsätzlich auf das notwendige Minimum reduziert. Hierbei ist von maximal 2 Stunden pro Pferd und Tag auszugehen. Dabei ist nur eine Person je Pferd erforderlich. Je nach Betriebsgröße und Anzahl der zu betreuenden Pferde, legt die 3 Betriebsleitung fest, wie viele Personen sich maximal zur Versorgung und Bewegung der Pferde gleichzeitig auf der Anlage aufhalten dürfen. Dies ist in einem Versorgungsplan festzulegen. Der Plan hat zu berücksichtigen, dass sich der Einsatz der zur Versorgung der Pferde notwendigen Personen soweit möglich über den Tag verteilt. Es ist ein Anwesenheitsplan zu führen, der die Anwesenheitszeiten festhält. Auf diese Weise kann sichergestellt werden, dass nur so viele Personen gleichzeitig anwesend sind, wie es mit den Vorschriften zum Schutz vor SARS-CoV-2 vereinbar ist. Müssen in einem Reitstall zur Sicherstellung der notwendigen Grundversorgung der Tiere zeitgleich mehrere Personen anwesend sein, so gilt auch dort gleichermaßen das Abstandsgebot von 1,5 Metern zu anderen Personen.

Nachvollziehbarkeit und Dokumentation der Anwesenheit

Damit im Falle einer Infektion mit dem Coronavirus die sozialen Kontakte nachvollzogen werden können, ist in einer Liste die Anwesenheit von Personen in der Pferdehaltung zu dokumentieren.

Anwesenheit von Tierarzt, Schmied und Dienstleistern

Grundsatz: Alle nicht dringend notwendigen Dienstleistungen, bei denen der Mindestabstand von 1,5 Metern von Mensch zu Mensch nicht eingehalten werden kann, sind untersagt. Wenn eine Versorgung von Pferden durch den Tierarzt oder Schmied erforderlich ist, erfolgt diese in Absprache mit der für die Tierhaltung verantwortlichen Leitung bzw. Person. Hiervon darf ausnahmsweise nur abgewichen werden, wenn bei akuter Erkrankung des Tieres oder zur Notfallversorgung vorgenannte Personen nicht erreichbar sind. Die Anwesenheit weiterer Dienstleister in der Pferdehaltung, so sie zur Gesunderhaltung des Pferdes notwendig sind (z. B. Physiotherapeuten) ist auf das absolute Minimum zu reduzieren und muss ebenfalls mit der Leitung abgesprochen werden. Es ist abzuwägen, ob eine Dienstleistung nicht auch zu einem späteren Zeitpunkt erbracht werden kann. In vorgenannten Fällen gelten das Mindestabstandsgebot von 1,5 Metern und die Beschränkung auf höchstens zwei Personen bei der Behandlung.

Mitarbeiter des Betriebes

Sofern ein Betrieb auf Grund seiner Größe über eine entsprechende Anzahl Mitarbeiter verfügt, empfiehlt sich die Arbeit in einem strikten Schichtsystem. Im Falle von Infektionen mit dem Coronavirus kann dies dazu beitragen, dass nicht alle Mitarbeiter gleichzeitig unter Quarantäne gestellt werden.

Vertretungsregelungen

Im Fall von Erkrankungen oder notwendiger Quarantäne muss die Versorgung des Pferdes sichergestellt sein. Der verantwortlichen Leitung wird empfohlen, von allen Pferdebesitzern eine entsprechende Vertretungsregelung einzuholen.

Möglichkeit für die Händehygiene

Der Verein oder Betrieb muss sicherstellen, dass die Anforderungen an die Händehygiene erfüllt werden können. Waschbecken, Seife und (Papier-) Handtücher müssen stets zur Verfügung stehen.

Schließung von Reiterstübchen und Sozialräumen

Das Betretungsrecht der Anlagen bezieht sich ausschließlich auf die notwendige Versorgung der Pferde. Gesellige und soziale Kontakte sind nicht zulässig. Die entsprechenden Räumlichkeiten (z. B. Reiterstübchen) sind zu schließen. Sämtliches soziales Beisammensein ist zu unterbinden.  

2. Verhaltensregeln für die betreuenden Personen

Einhalten aller Maßgaben zum Infektionsschutz

Jede Person verpflichtet sich ausdrücklich zur Einhaltung aller aufgestellten Regeln. Nur unter dieser Maßgabe kann die zuverlässige Versorgung der Pferde sichergestellt werden. Der Vorsorgegedanke gilt ausdrücklich auch dem Infektionsschutz der Betriebsmitarbeiter.

Reduzierung der Anwesenheitszeit und Eigenverantwortung

Jede Person verpflichtet sich dazu, die eigene Anwesenheitszeit auf die angemessene Versorgung des Pferdes zu reduzieren. Ziel der Anwesenheit in einer Reitanlage ist nicht die Ausübung des Sports oder die Freizeitgestaltung. Maßgeblich ist der Schutz der Menschen vor einer Coronavirusinfektion. Daher sind sämtliche Maßnahmen so auszurichten, dass der basale Anspruch des Tierschutzgesetzes erfüllt wird. Darüberhinausgehende Aktivitäten müssen unterbleiben. Die Aufrechterhaltung und Sicherstellung der Pferdeversorgung hängt maßgeblich von der Eigenverantwortung aller Beteiligten ab.

Keine Begrüßungsrituale

Auf gängige Begrüßungsrituale wie Händedruck oder Umarmungen ist ausdrücklich zu verzichten.

Händehygiene

Unmittelbar nach Betreten der Anlage sind sofort die Hände gründlich zu waschen und ggf. zu desinfizieren, bevor weitere, der Allgemeinheit zur Verfügung stehende Gegenstände wie z. B. Putzzeug, Besen, Schubkarren etc. angefasst werden. Regelmäßige Händereinigung wird angeraten. Vor dem Verlassen der Anlage ist ebenfalls eine gründliche Händehygiene durchzuführen.

Abstandsregeln

Ein Mindestabstand von 1,5 m zu anderen Personen im Stall ist bei jeglichen Tätigkeiten rund um die Betreuung und Bewegung der Pferde einzuhalten. Beengte Räumlichkeiten, wie z. B. Sattelkammern, werden einzeln betreten. Die Abstandsregeln sind auch bei der 5 Pferdevor- und -nachbereitung zur Betreuung und Bewegung und bei dem Passieren auf der Stallgasse einzuhalten.

Anzahl der Pferde in der Halle und auf dem Platz

Die Anzahl der Pferde, die sich mit den sie betreuenden Personen gleichzeitig in der Halle und auf dem Außenreitplatz befinden, ist auf das notwendige Minimum zu begrenzen. Orientierung bietet die Formel: 200 Quadratmeter je Pferd (das entspricht vier Pferden bzw. Personen auf einer Fläche von 40 x 20m). Die mit dieser Berechnung bestimmte Anzahl soll nicht überschritten werden.

Weitere Informationsquellen

Niedersächsisches Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung www.ms.niedersachsen.de

Robert-Koch-Institut www.rki.de

Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung www.bzfga.de ; www.infektionsschutz.de

Pferdesportverband Hannover www.psvhan.de

Pferdeland Niedersachsen GmbH www.pferde-land-niedersachsen.com/corona.html

reitsport MAGAZIN (Verbandsorgan für den Pferdesportverband Hannover) www.reitsport-magazin.net/coronavirus-im-ueberblick

Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) www.pferd-aktuell.de 

Nach massiver Häufung von Nutztierrissen: Land gibt drei problematische Wölfe zum Abschuss frei

(Quelle: Niedersächsisches Ministerium für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz vom 06.04.2020)

- UMWELTMINISTER LIES: „LASSEN WEIDETIERHALTER NICHT IM STICH“ -

PI 33/2020

Nach wiederholten Nutztierrissen in der Region Uelzen hat das Land gemeinsam mit dem dortigen Landkreis eine Ausnahmegenehmigung vom strengen Schutz des Wolfes gemäß Bundesnaturschutzgesetz geprüft. Die Fachleute aus dem Umweltministerium haben den Sachverhalt unter Berücksichtigung auch der überregionalen Populationsentwicklung eingehend bewertet und sind zu dem Ergebnis gekommen, dass eine Ausnahme für je einen Wolf des Rudels Eschede sowie Ebstorf erforderlich ist.

Umweltminister Olaf Lies: „Die extensive Weidetierhaltung ist in Niedersachen ein nicht wegzudenkender Teil unserer Kulturlandschaft. Schafe pflegen für uns Naturschutzflächen und Deiche und das soll auch so bleiben. Die Schäfer haben in den vergangenen Jahren große Anstrengungen unternommen, ihre Herden vor Wolfsangriffen zu schützen. Das Land unterstützt sie dabei nach Kräften. Wo aber Wölfe selbst diese Schutzmaßnahmen überwinden, dürfen wir die Weidetierhalter nicht im Stich lassen. Auch Wölfe sollen in Niedersachsen leben, doch dafür darf die Akzeptanz in der Gesellschaft nicht kippen.“

Hintergrund der Maßnahme ist, dass beide Rudel mehrfach an Rissen von ausreichend geschützten Nutztieren beteiligt waren. Die Territorien der beiden Rudel grenzen aneinander, überschneiden sich jedoch nicht. Der aktuellste Fall ereignete sich unmittelbar nach Erteilung der Genehmigung: Am Samstag, den 4. April, sind erneut fünf Schafe einem mutmaßlichen Wolfsangriff zum Opfer gefallen. Um Wölfe vom potentiellen Entnahmeort nicht durch Aktivitäten und fremde Gerüche zu verscheuchen, wurden für eine begrenzte Zeit zunächst Kadaver am Rissort liegen gelassen.

Konkret konnten für das Rudel Ebstorf der Rüde GW1027m und für das Rudel Eschede die Fähe GW242f nachgewiesen werden. Daraufhin haben sich Land und Landkreis verständigt, dass der Landkreis als zuständige Behörde vom Land angewiesen wird, die Ausnahmegenehmigung zu erteilen, da überwiegend ein Landkreis betroffen ist.

Die Genehmigung gilt bis zum 30. Juni 2020, wobei im Fall der Fähe aus dem Escheder Rudel der Vollzug vom 15. April 2020 bis 15. Mai 2020 aus Tierschutzgründen ausgesetzt wird, damit die Versorgung eventuell in diesem Frühjahr geborener Welpen sichergestellt ist. Für den Rüden des Ebstorfer Rudels gilt diese Pause nicht.

Derzeit existiert in Niedersachsen eine weitere gültige Ausnahmegenehmigung für einen Wolf. Sie bezieht sich auf die Fähe GW965f im Territorium Herzlake (Bereich Löningen) und gilt zunächst bis zum 15. April 2020. Auch hier sind für die Abschussgenehmigung mehrfache Nutztierrisse bei Überwindung ausreichenden Herdenschutzes ursächlich. Ob diese Genehmigung erneuert wird, wird rechtzeitig neu bewertet.

In beiden Fällen unterstützen Jagdausübungsberechtigte die Durchführung der Maßnahme.

In Niedersachsen gibt es derzeit 26 bestätigte Wolfsrudel, fünf Wolfspaare und einen residenten Einzelwolf. Insgesamt dürften sich in Niedersachsen deutlich über 200 Wölfe aufhalten. Ihre Zahl steigt jährlich um circa 30 Prozent. Diese Entwicklung der Wolfszahlen lässt es zu, dass besonders problematische Individuen der Natur entnommen werden, ohne dass die Entwicklung hin zum günstigen Erhaltungszustand in Deutschland beeinträchtigt wird.

Pferdeland Niedersachsen GmbH

Gesellschafter

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