Gregor Beyer und Helmut Damman-Tamke zu Gast beim „Aktionsbündnis aktives Wolfsmanagent“

Das Aktionsbündnis aktives Wolfsmanagement ist trotz Sommerpause aktiv.

Am 24. Juli trafen sich die Mitgliedervertreter des Bündnisses im Landvolkhaus in Hannover zu einer weiteren Sitzung. Zu Gast waren Gregor Beyer, Geschäftsführer Forum Natur Brandenburg und Helmut Damman-Tamke, Präsident der Landesjägerschaft Niedersachsen und MdL.

Diskutiert wurde die Entwicklung im Hinblick auf den Wolf, Aktivitäten, die das Aktionsbündnis durchgeführt hat (hier insbesondere die Teilnahme an der Demo zur UMK in Hamburg) und Gesetzesinitiativen auf Bundesebene. Gregor Beyer klärte über die Verbändeinitiative „Wolf bleibt Wolf“ auf und berichtete von politischen Diskussionen in Berlin. Beyer hat maßgeblich mit an der im Mai 2019 2. überarbeiteten Auflage der Broschüre „Wildtiermanagement Wolf – Handlungsvorschlag für ein praxisorientiertes Wolfsmanagement in der Kulturlandschaft Deutschland“ des Aktionsbündnis Forum Natur gearbeitet. Diesem Bündnis gehört neben den Jagd- , Angel-, Fischerei, Forst-, Weinbauern- und Bauernverbänden auch die Deutsche Reiterliche Vereinigung an.

Die Projektleitung zur Broschüre hatte u. a. Helmut Damman-Tamke inne. Er stellte in der Sitzung noch einmal die Positionierung der Landesjägerschaft Niedersachsen im Hinblick auf den Wolf dar, welche sich auf das Jagdrecht stützt und somit den Handlungsspielraum der Jägerschaft in dieser Sache von rechtlicher Seite bestimmt.

Alle Infos zur Broschüre und zur Verbändeinitiative „Wolf bleibt Wolf“ finden Sie unter www.wolfbleibtwolf.de  

Foto Duesmann, v.l.n.r. Henrik Gelsmann-Kaspers (Umweltreferat Landesbauernverb.), Jörn Ehlers (stellv. Vors. Nieders. Landvolk), Gregor Beyer (GF Forum Natur Brandenburg), Helmut Damman-Tamke (Präsident Landesjägerschaft Nieders., MdL)

Tempo 100 mit TÜV-Segen

Vor der Ferienzeit noch ein Tipp des TÜV Nord für alle, die mit dem Pferd unterwegs sein werden:

Grundsätzlich gilt für Anhängergespanne Tempo 80. Wer mit Anhänger aber auf Autobahnen und Kraftfahrtstraßen mit Vmax = 100 unterwegs sein will, der kann eine Ausnahmeverordnung nutzen. Ist in den Fahrzeugpapieren des Anhängers keine Tempo 100-Eignung bezüglich des Betriebs für Anhängegespanne vermerkt, kann das Gespann zum Beispiel an einer TÜV-STATION begutachtet werden. Auf der Grundlage der TÜV-Bestätigung gibt dann die Zulassungsbehörde die Tempo-100-Plakette für den Anhänger aus: die Lizenz zum Schnellerfahren.


Und: Auch, wenn ein Anhänger oder Caravan laut Fahrzeugpapieren für Tempo 100 zugelassen ist, muss zudem das Zugfahrzeug bestimmte Bedingungen erfüllen. So muss es mit einem automatischen Blockierverhinderer (ADV/‘ABS‘) ausgestattet sein, es darf nicht mehr als 3,5 to zulässiges Gesamtgewicht haben und es muss ein bestimmtes Masseverhältnis zwischen Anhänger und Zugfahrzeug eingehalten werden.“


Aber Achtung: Auf Landstraßen außerhalb geschlossener Ortschaften gilt weiterhin Tempo 80 für diese Gespanne.
Der Anhänger muss grundsätzlich für eine Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h geeignet sein, seine Bereifung muss dabei für 120 km/h ausgelegt sein und mindestens den Geschwindigkeitsindex L tragen. Zudem dürfen die Reifen nicht älter als sechs Jahre sein.


Der TÜV NORD-Tipp: “Beladen Sie den Anhänger so, dass die maximal zulässige Stützlast der Kombination annähernd erreicht wird. Beachten Sie, dass Sie weder die zulässige Stützlast des Zugfahrzeugs noch die des Anhängers überschreiten. Grund: Durch eine optimale Stützlast verbessern Sie das Fahrverhalten Ihres Gespanns deutlich.“


Die zulässige Gesamtmasse des Anhängers darf keinen der folgenden drei Werte überschreiten:
Die zulässige Anhängelast des Zugfahrzeugs
Die zulässige Gesamtmasse des Zugfahrzeugs
Das Produkt aus X mal dem Leergewicht des Zugfahrzeugs.
Der Faktor X variiert in der Abhängigkeit von der technischen Ausstattung des Gespanns zwischen 0,3 und 1,2 - je nachdem ob hydraulische Stoßdämpfer eingebaut sind, ob der Anhänger gebremst ist und ob geeignete Kupplungen mit Stabilisierungseinrichtungen oder geeignete fahrdynamische Stabilitätssysteme vorhanden sind.


Wem das alles zu kompliziert ist, den lädt TÜV NORD an eine seiner Stationen ein. Schließlich soll man auch mit Anhänger seine Mobilität sicher genießen und mit dem Gespann auch angemessen schnell unterwegs sein können.

 

Das Niedersachsenross der Pferdeland Niedersachsen GmbH zieht um

Zur Gründung 2005 erhielt die Pferdeland Niedersachsen GmbH vom damaligen Staatssekretär (ML) Friedrich-Otto Ripke das weiße Niedersachsen-Ross aus der Sitzendorfer Porzellanmanufaktur, mit der Bitte, das Ross als Insignie mit Symbolkraft in der jeweiligen Geschäftsstelle der Gesellschaft aufzustellen.

Ab Mitte des Jahres 2019 wird Alexandra Duesmann nun endgültig Dr. Enno Hempel als Geschäftsführerin nachfolgen. Mit dieser neuen Besetzung wird der Bürositz der Gesellschaft nach Hannover umziehen und mit ihm natürlich auch das Niedersachsen-Ross. Frau Duesmann versprach, dem Niedersachsen-Ross einen würdigen Platz in der neuen Geschäftsstelle zu geben.

Bienen suchen ein neues Zuhause

Im Mai ist für Bienen Schwarmzeit. Sie fliegen mit ihrer Altkönigin aus und suchen sich einen Platz, um ihr neues Volk zu gründen. Leider landen sie dabei nicht immer dort, wo der Mensch darüber begeistert ist. Trotzdem sollte man nicht gleich in Panik verfallen, oder gar zu drastischen Maßnahmen greifen. Bienenvölker zu vernichten ist strafbar und wie ja auch jeder mittlerweile weiß, brauchen wir die Bienen dringend. Meistens lassen sich die Bienen auch nur kurz während ihrer Suche nach einem geeigneten Lebensort an einigen Orten nieder, um eine Rast von der Suche einzulegen. Sie verschwinden dann ganz von selbst wieder, um ihre Suche fortzusetzen.

So auch geschehen auf den Weiden eines Züchters, der uns das anliegende Foto schickte. Er berichtete, dass die Bienen nachmittags plötzlich da waren. Natürlich war diese Menge an Bienen direkt an einer Fohlenweide erst einmal etwas befremdlich. Aber die Nachfrage bei einem befreundeten Imker hat schnell ergeben, dass die Vermutung nahe lag, dass das "neue Völkchen" eine Rast bei seiner Suche einlegte. Die Bienen machten keinen agressiven Eindruck. Sie verhielten sich ruhig und waren tatsächlich nach einiger Zeit alle wieder verschwunden.

Sollte es aber doch mal so sein, dass die Bienen nicht wieder verschwinden und leider beschlossen haben ihr Volk an einem unpassenden Platz zu gründen, sollte man sich an einen Fachmann wenden. Also einen Imker anrufen oder im schlimmsten Fall die Feuerwehr. Auf keinen Fall sollte man selbst versuchen, die Tiere zu verscheuchen oder gar zu giftigen Hilfsmitteln greifen. Bienen, Hummeln oder Hornissen sowie die Kreisel- und Knopf­horn­wespen sind  natur­schutz­rechtlich besonders geschützt (Bundes­ar­ten­schutz­ver­ordnung). Diese Tiere dürfen nicht gefangen oder verletzt und ihre Nester nicht beschädigt oder zerstört werden (§ 44 Abs. 1 Nrn. 1 und 3 BNatSchG).

Wolf und Pferd - schwierige Koexistenz

(Quelle: Oldenburger International, Ausgabe 05/2019)

Es ist eingetreten, was viele befürchtet haben: Wölfe haben in den
letzten Monaten wiederholt auch Pferde und Ponys angegriffen.
Dabei hatten uns doch die Naturschützer hoch und heilig
versichert, dass das Pferd nicht auf der Speiseliste des Wolfes
stehe!

Die Pferdeland Niedersachsen GmbH hat sich als gemeinsame
Interessenvertretung der Pferdezucht- und -sportverbände
in Niedersachsen (und damit auch der Oldenburger Verbände)
von Beginn an mit der Wolfsproblematik befasst. Sie vertritt die
Belange der Pferdehalter in dieser Sache gegenüber der Politik
und den Naturschutzverbänden. OLDENBURGERinternational
unterhielt sich deshalb mit der designierten Geschäftsführerin Alexandra
Duesmann über das Thema „Wolf und Pferd“.
Wie kann der Pferdehalter seine Pferde vor dem Wolf schützen? Welche
Maßnahmen sind hilfreich bzw. werden empfohlen?
Alexandra Duesmann: „Auf der Weide stehende Pferde vor Wolfsangriffen
zu schützen ist relativ schwer. Zwar gibt der Herdenverbund
Schutz für die Tiere, allerdings muss man immer berücksichtigen, dass
Pferde Fluchttiere sind. Deshalb ist zu befürchten, dass sie bei einem
Wolfsangriff, vielleicht auch schon beim bloßen Auftauchen des
Wolfes an einer Pferdeweide, mit Panik reagieren und sich daraus
verheerende Unfälle ergeben können.
Das Aufstallen der Tiere bei Nacht ist als Lösung nicht praktikabel, da
man nicht immer jede Pferdeherde jeden Abend in den Stall
verbringen kann. Und die Pferde ganz im Stall zu belassen, ist aus
Tierschutzgründen abzulehnen.
Man kann mit einer aufwändigen Einzäunung versuchen, den Pferden
besseren Schutz zu bieten. Sichere Weidezäune werden z.B. in der
AID Broschüre „sichere Weidezäune“ beschrieben. Solche Zäune
bedeuten erhebliche Mehrkosten und sind oft nicht realisierbar. Das
Land fördert zwar den Zaunbau, doch es werden nur die Materialkosten
und nicht die Arbeits- bzw. Erstellungskosten übernommen.
Eine weitere Schutzmaßnahme sind ausgebildete Herdenschutzhunde
aus speziellen Zuchten. Diese Hunde kennen wir aus der Schafhaltung
und werden vereinzelt auch von Pferdehaltern eingesetzt.
Haltung und Führung dieser Hunde setzt allerdings sehr gute
Kenntnisse und viel Einsatz voraus. Anschaffung und Training muss
ausschließlich Fachleuten überlassen werden.“
Wenn ein Wolfsangriff auf ein Pferd/Pony stattgefunden hat, wie und
unter welchen Voraussetzungen kann der Pferdehalter dann Entschädigungen
bekommen?
„Ein Wolfsangriff oder -riss ist immer schnellstmöglich dem zuständigen
Wolfsbeauftragten des Gebietes, in dem der Übergriff stattgefunden
hat, zu melden. Dieser kann dann auch genau sagen, was zu tun
ist, um eine Dokumentation des Wolfsrisses korrekt zu sichern.
Eine Liste der Wolfsbeauftragten findet man auf den Internetseiten
des NLWKN (Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft,
Küsten- und Naturschutz). Der Flyer „Herdenschutz vor Wolfsübergriffen“
des NLWKN gibt Auskunft zu den dringlichsten Fragen
rund um Wolfsübergriffe. Der Flyer kann über die Webseite des
NLWKN runtergeladen werden. Die Entschädigung erfolgt allerdings
erst, nachdem der Nachweis (durch DNA Beweis) des Wolfsrisses
bestätigt wurde. Dies kann erfahrungsgemäß relativ lange (bis zu vier
Wochen) dauern. Entschädigungen erfolgen nach Maßgabe der seit
2014 gültigen (und bereits einmal angepassten) „Richtlinie über die
Gewährung von Billigkeitsleistungen und Zuwendungen zur
Minderung oder Vermeidung von wirtschaftlichen Belastungen durch
den Wolf in Niedersachsen.“
Wie stehen die Verbände, die in der Pferdeland Niedersachsen GmbH
zusammen arbeiten, zur Ausbreitung der Wolfspopulation in Niedersachsen?
„Die Gesellschafterverbände der Pferdeland Niedersachsen GmbH
haben sich dem „Aktionsbündnis aktives Wolfsmanagement“ des
Landvolks Niedersachsen angeschlossen und unterstützen deren
Positionierung zum Umgang mit dem Wolf.
Dieses Bündnis fordert:
• Die sofortige Einführung eines echten Wolfsmanagements.
• Die Entbürokratisierung des Verfahrens über Ausgleichszahlungen
sowie der Schaffung eines Rechtsanspruches auf
Ausgleich ohne finanzielle Deckelung.
• Verbesserung der Förderbedingungen für Schutzmaßnahmen für
Weidetiere.
Diesem Bündnis sind noch 16 weitere Verbände und Interessenvertretungen
angeschlossen. Die Pferdeland Niedersachsen GmbH ist
außerdem im Arbeitskreis Wolf des Umweltministeriums vertreten
und setzt sich hier für eine sachgerechte Strategieentwicklung gemäß
der Brisanz und Dynamik der Wolfsentwicklung ein.“
Ist die Bejagung des Wolfsbestandes bzw. der Abschuss von sogenannten
Problemwölfen eine Option für die Verbände?
„Die Einführung eines echten Wolfsmanagements für unseren
landwirtschaftlich geprägten Kulturraum beinhaltet natürlich auch
eine Bestandsregulierung. Einer solchen Bestandsregulierung würden
Problemwölfe besonders unterliegen.“
An wen kann bzw. sollte sich ein Pferdehalter wenden, wenn es Probleme
mit Wölfen gibt?
„Es wäre gut, wenn jede Wolfssichtung gemeldet würde. Diese
Meldungen unterstützen die wissenschaftlichen Erhebungen des
Wolfsmonitoring zum Wildtiermanagement Niedersachsen. Meldungen
können unter https://www.wolfsmonitoring.com/meldung
online abgegeben werden. Alle Infos finden sich auf der Homepage
www.wolfsmonitoring.com.
Ebenso kann man sich an die entsprechenden Wolfsbeauftragten
seiner zugehörigen Region wenden. Des Themas angenommen
haben sich auch die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN), das
Aktionsbündnis Forum Natur (AFN) und das Aktionsbündnis aktives
Wolfsmanagement (Landvolk Niedersachsen).“

Pferdeland Niedersachsen GmbH

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