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Traurige Gewissheit für das Rissgeschehen im Raum Nienburg

Pressemitteilung

Pferdeland Niedersachsen GmbH vom 26.06.2020

 Es hat sich nun bewahrheitet. Die DNA-Analysen liegen vor und belegen die Beteiligung von zwei Individuen des Rodewalder Wolfsrudels am Rissgeschehen am 15.06.2020 im Raum Nienburg.

Was also schon seit Tagen angenommen wurde, hat nun traurige Gewissheit. Die Pferdeland Niedersachsen GmbH wurde gestern am späten Nachmittag vom Umweltministerium, wie versprochen, über das Ergebnis der Analysen unterrichtet. Auszug aus der Benachrichtigung, Pressestelle des Niedersächsischen Ministeriums für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz:

„…. Diese ergab, dass in allen Speichelproben je mindestens zwei Individuen des Rodewalder Rudels nachweisbar waren. Da es sich beim Rudel um eine genetisch ähnliche Fortpflanzungsgemeinschaft handelt, konnten keine spezifischen Individuen nachgewiesen werden. Es ist lediglich klar, dass in allen Proben zumindest ein Tier auch männlich war (X- und Y-Chromosom nachgewiesen). Die Frage, ob zudem noch weibliche DNA vorhanden ist, lässt sich nicht sicher beantworten. Ort, Rissbild und daraus abgeleitet die angewandte Jagdtechnik sind mit den bisherigen Rissaktivitäten von GW717m identisch. Die Befürchtung, dass der Rodewalder Rüde seine Jagdtechnik zur Tötung von großen Huftieren an seine Nachkommen weitergeben würde, hat sich damit leider vollumfänglich bestätigt.“

„Es ist sicher keine Lösung, wenn sich die Fronten weiter verhärten und schließlich alle Sachlichkeit verloren geht. Trotzdem wollen wir auch die Dringlichkeit weiter hervorheben, hier eine rechtliche Grundlage zum Umgang mit dem Thema Wolf zu schaffen, die eben auch die Standpunkte der Weidetierhalter berücksichtigen soll, sagt die Geschäftsführerin der Pferdeland Niedersachsen GmbH, Alexandra Duesmann. Zumal schon gestern das nächste Rissereignis im Raum Lehrte bekannt wurde. Hier wurde ein Shetlandpony auf seiner Weide getötet (DNA-Analyse steht noch aus).

Letzte Woche haben viele weitere Medien, unter ihnen auch die Frankfurter Allgemeine Zeitung, den offenen Brief der Pferdeland Niedersachsen GmbH aufgegriffen, um ihrerseits zum Thema zu berichten. Die FAZ beschreibt es so: „Es sollte in unserer vom Menschen kultivierten Landschaft Platz für alle sein. Aber kein Platz für unerbittliche Romantik.“

Handlungsempfehlungen ab 22.06.2020

In den aktuellen Handlungsempfehlungen der FN gemeinsam mit dem PSV Hannover und dem PSV Weser-Ems werden konkrete Empfehlungen für die Wiederaufnahme von Reitunterricht und Training in Vereinen und Betrieben bekannt gegeben. 

Eine aktive Unterrichtserteilung ist nun wieder möglich, allerdings nach wie vor unter den geltenden Hygienebestimmungen. Die Regelung, dass 10 Personen ohne den Mindestabstand zusammen sein dürfen, gilt aufgrund des erhöhten Aerosolausstoßes für den Reitsport nicht.

Darüberhinaus wird empfohlen, die Corona-Warnapp zu nutzen, um Infektionsketten nachvollziehen zu können.

Hier können Sie die aktuellen Handlungsempfehlungen lesen und downloaden.

Neuer Zündstoff in der Wolfsdebatte

Pressemitteilung Pferdeland Niedersachsen GmbH 22.06.2020

Am 15.06.2020 mussten die Weidetierhalter in Niedersachsen einen neuen traurigen Höhepunkt in der Wolfsproblematik hinnehmen. Mit dem Rissereignis im Raum Nienburg hat die Debatte um das Für und Wider zum Wolf eine neue Eskalationsstufe erreicht. 10 Warmblutpferde sind in ihrer Weide von Wölfen angegriffen worden.

Auf unsere Nachfrage bei einer zuständigen Stelle wurde uns bestätigt, dass zwei Pferde den Wolfsrissen zum Opfer gefallen sind. Parallelspuren, die sich bei der Begutachtung der Weide fanden, weisen darauf hin, dass mehrere Wölfe die Pferde gejagt haben. Die Pferde sind alle aus ihrer Weide ausgebrochen und konnten erst später völlig entkräftet und teilweise verletzt wieder eingefangen werden. Ein Pferd wurde auf der Flucht schwer verletzt. Die Pferde waren einer ordentlichen Haltung entsprechend eingezäunt. Sie standen als Herde auf der Weide und würden somit als wehrhaft im Sinne eines Wolfsmanagementplans angesehen werden.

Die Pferdeland Niedersachsen GmbH arbeitet seit mehreren Jahren mit verschiedenen Organisationen und Gruppierungen zusammen, um den Standpunkt der Pferdehalter zum Wolf gegenüber der Politik klarzulegen und Lösungswege zu finden. Naturschutzgesetzte auf EU-Ebene sind weitreichend und ihre Änderung oder auch nur die Findung von anderen Wegen gestaltet sich außerordentlich schwierig und ist darum so entmutigend und entkräftend für alle Beteiligten.

Mit dem Ereignis vom 15.06. hat sich auf brutale Weise gezeigt, dass es keinen ausreichenden Schutz vor Wolfsübergriffen auch auf große Tiere gibt. Wieviele Pferde insgesamt bereits durch Wölfe zu Schaden gekommen sind ist ungewiss. Man kann hier aber von einer hohen Dunkelziffer ausgehen. Pferde flüchten bei Gefahr sofort panisch, so ist es in ihrer DNA verankert. Bei Wolfsübergriffen, die „lediglich“ zum Ausbrechen aus den Weiden führen, bei denen sich die Pferde selbst und im schlimmsten Fall andere Menschen verletzen, kann leider nicht immer bewiesen werden, dass der Grund für den Ausbruch auf einen Wolfsangriff zurückzuführen ist. Damit sind diese Ereignisse auch nicht als belastbare Vorfälle für eine Bewertung zu nutzen.

Dieses letzte Ereignis hat die Pferdeland Niedersachsen GmbH zusammen mit der FN und dem Aktionsbündnis Aktives Wolfsmanagement im Landvolk Niedersachsen zum Anlass genommen und einen offenen Brief an Minister Lies geschickt. (Offener Brief hier einzusehen ) In dem Brief wird auf das Rissereignis eingegangen, verbunden mit der Forderung nach höherer Priorisierung der Wolfsproblematik im Ministerium und ebenso die Forderung nach konsequenter Behandlung der Angelegenheit.

Der Minister hat sich bereits telefonisch bei der Pferdeland Niedersachsen GmbH gemeldet. Nach seiner Aussage kann erst am Dienstag eine offizielle Meldung über eine Wolfsbeteiligung rausgegeben werden. Bis dahin werden die entnommenen Proben im Labor ausgewertet. Diese Auswertungen bestimmen dann die Grundlage von weiteren Handlungen. Er versprach mit der Pferdeland Niedersachsen GmbH zu dieser Angelegenheit auf kurzem Wege im Austausch zu bleiben. Die Problematik ist im Ministerium zu einer Daueraufgabe geworden, die auch den Minister vor viele Hürden stellt. Die Pferdland Niedersachsen GmbH hat deshalb eine engere Zusammenarbeit angeboten, um aktiv weiterhin mit an der Lösungsfindung beteiligt zu sein.

13. FN-Bildungskonferenz in diesem Jahr erstmals als Online-Webinar

Aufgrund der Coronakrise wurde die FN-Bildungskonferenz in diesem Jahr erstmals online abgehalten. Unter dem Thema "Training in Krisenzeiten - was lernen wir aus der besonderen aktuellen Situation" haben am Abend des 15.06.2020 hochkarätige Referenten die Herausforderungen und Chancen der Digitalisierung in der Pferdewelt diskutiert. 

Die Moderation des Webinars übernahm der FN Ausbildungsbotschafter Christoph Hess. Er navigierte die Teilnehmer der Bildungskonferenz durch die verschiedenen Vorträge und interviewte einige junge Trainer zu ihrer Trainerausbildung. Diese durften im Anschluss an jeden Vortrag die Gewinner der Lütke-Westhus Auszeichnung für die besten Trainerabsolventen 2019 der jeweiligen Landesverbände vorlesen.

Im ersten Vortrag widmete sich Thies Kaspereit (Leiter der FN Abteilung Ausbildung, Pferdewirtschaftsmeister Reiten und Mannschafts-Olympiasieger) den Herausforderungen und Chancen für Trainerinnen und Trainer während der Coronazeit. Zwar gab es in den vergangenen Monaten große Einschränkungen durch die anfängliche Notbewegung der Pferde und die Organisation in den Ställen, jedoch habe diese besondere Situation auch vielfältige Chancen mit sich gebracht. Zum Beispiel stehe die Ausbildung wieder im Vordergrund und es konnten durch das Arbeiten ohne den Druck bevorstehender Turniere und Prüfungen neue Motivationen gefunden werden.

Danach referierte Martin Plewa (Reitmeister, ehemaliger Bundestrainer und Leiter der westfälischen Reit- und Fahrschule in Münster) über die Notwendigkeit einer vielseitigen Ausbildung für Pferd und Reiter. Statt der Ausbildung in und für nur eine Disziplin legt er besonderen Wert darauf, dass die Pferde vielseitig und vor allem vielfältig geritten werden sollen für eine artgerechte Ausbildung. Dazu gehöre das dressurmäßige Gymnastizieren ebenso wie Springgymnastik zur Förderung von Kraft und Koordination und das Reiten im Gelände, welches den natürlichen Vorwärtsdrang des Pferdes aktiviert und Gleichgewicht und Trittsicherheit schult.

Es folgte eine Unterrichtsdemonstration von Jörg Jacobs (Leiter der westfälischen Reit- und Fahrschule und Pferdewirtschaftsmeister Reiten) mit praktischen Beispielen zu einer sinnvollen Grundausbildung des Pferdes. Er zeigte beispielsweise, wie man das natürliche Gleichgewicht des Pferdes im Training erhalten und weiter fördern kann und welchen Einfluss Sitz und Hilfengebung auf die reiterliche Entwicklung des Pferdes haben.

Abnschließend gab es ein Referat von Dr. Gaby Bussmann (Sportpsychologin) und Caro Roost (Nachwuchsführungskraft FN-Abteilung Ausbildung und Pferdewirtschaftsmeisterin Reiten) über mentale Techiken zur Ergänzung zum praktischen Training. Insbesondere die Visualisierung von Aufgaben und Szenarien sowie die Verschriftlichung der mentalen Strategien wurden als sehr effektive Techniken vorgestellt.

Im letzten Vortrag referierte Hermann Grams (Diplom-Sportlehrer und Seminarleiter) über Wege der Vermittlung in Zeiten sozialer Distanz. Zunächst unterschied er zwischen den verschiedenen Formen von Distanzen und ordnete die Situation durch das Coronavirus als eine räumliche statt einer sozialen Distanzierung ein. Die dadurch entstehenden Schwierigkeiten sind, dass man in den Webinaren weniger pserönlichen Kontakt und Feedback hat, Blickkontakt nicht mehr stattfindet und Probleme mit der Technik eine gute Lernatmosphäre stören können. Alles in allem sieht er die Digitalisierung dennoch als eine Chance, Bildung für jdermann zugänglich, kostengünstiger und effizienter zu gestalten.

Am Ende des Webinars haben Eva Lempa-Röller (Fachreferentin FN-Abteilung Ausbildung und Trainer A Reiten) sowie Kathrin Krage (Mitarbeiterin FN-Abteilung Ausbildung und Pferdewirtschaftsmeister Reiten) noch über aktuelle Projekte der FN zur Aus- und Fortbildung von Trainern informiert. Sie berichteten über die neue Trainingsplattform der FN (FN LevelUp) sowie das PM-Mobil Trainer, welches ab Mitte/Ende August erstmals auf Reisen gehen soll.

Obwohl die Bildungskonferenz ihr Debüt als Online-Webinar hatte, waren die Teilnehmer sehr zufrieden mit der Durchführung und Organisation und freuten sich über die zahlreichen sehr spannenden Fachvorträge.

Pferdeland Niedersachsen GmbH

Gesellschafter

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