Pressemitteilung MU Niedersachsen

Unanfechtbar: Auch in letzter Instanz wird die Rechtmäßigkeit der Abschussgenehmigung für den Rodewalder Rüden gerichtlich bestätigt.

PI 142/2020

Umweltminister Olaf Lies: „Der unanfechtbare Beschluss des Oberverwaltungsgerichts Lüneburg bedeutet Rechtssicherheit für Jägerinnen und Jäger, die staatliche Maßnahmen dort unterstützen, wo es mit Wölfen trotz Herdenschutz Probleme gibt. Entsprechende Maßnahmen können nun unverzüglich fortgesetzt werden. Die vorausschauende niedersächsische Wolfspolitik hat somit ein weiteres Mal das klare Signal erhalten, dass der eingeschlagene Weg rechtlich einwandfrei und in der Sache richtig ist.”

Nach einer Reihe von Rissen insbesondere großer Huftiere war am 17. Juli dieses Jahres erneut eine Genehmigung zum Abschuss des Rüden GW717m erteilt worden. Zuvor waren in Steimbke im LK Nienburg wieder drei Pferde durch das Rudel des Rodewalder Leitwolfs gerissen worden.


Das Oberverwaltungsgericht folgte der Rechtsauffassung des Ministeriums in allen Punkten:

· Eine Abschussgenehmigung ist nicht nur dann möglich, wenn ganz sicher nur das problematische Einzeltier entnommen wird, da Wölfe als Rudeltiere schwer unterscheidbar sind.

· Ein ernster Schaden, der von einem Wolf verursacht wird, kann bereits bei niedrigen fünfstelligen Schadenssummen vorliegen.

· Für wehrhaftere Tiere wie Rinder und Pferde ist eine „wolfssichere“ stromführende Einzäunung nicht zwingend erforderlich.

· Insbesondere ist die Errichtung wolfsabweisender Einzäunungen für sämtliche Rinder und Pferde in einer Region unzumutbar aufwändig, da alle stromführenden Zäune regelmäßig auf Schwachstellen geprüft werden müssten.

Minister Lies: „Die jüngst ergangene gerichtliche Entscheidung bestätigt uns abermals darin, dass unsere Wolfspolitik konsequent und richtig ist. Der Wolf wird in Niedersachsen bleiben, und dies ist auch gut so. Aber: dort, wo ein Wolf wiederholt den vorgegebenen Herdenschutz überwindet oder Pferde bzw. Rinder reißt, werden wir auch künftig Ausnahmegenehmigungen auf den Weg bringen, um einen „Problemwolf“ zu töten. Nur so erhalten wir die Akzeptanz, dass der Wolf Teil unserer Kulturlandschaft ist.

Eins ist mir ganz wichtig, weil immer gerne das Gegenteil ins Feld geführt wird: das OVG hat glasklar festgestellt, dass die Neuregelung zum Wolf im Bundesnaturschutz im Einklang mit EU-Recht steht. Wenn es zu wiederholten Überwindungen von Herdenschutzmaßnahmen kommt, können Wölfe eines Rudels auch nach und nach entnommen werden – bis die Schäden aufhören. Was hierbei natürlich selbstverständlich ist: durch Abschüsse darf der Erhaltungszustand für den Wolf nicht gefährdet werden. Dies wird mein Ministerium sicherstellen.“

Merkblatt für die Errichtung eines Herdenschutzzauns für Pferde gemäß der Richtlinie Wolf

Die Landwirtschaftskammer Niedersachsen hat die Vorgaben zur Errichtung eines Herdenschutzzaunes für Pferde gemäß der Richtlinie Wolf neu überarbeitet. Die Richtline gibt Auskunft über die Beschaffenheit, die der Zaun haben muss und nennt Kontaktdaten, an die man sich bei Fragen wenden kann.

Die Richtlinie kann hier heruntergeladen werden.

Alle Infos zum Thema gibt es auf den Seiten der Landwirtschaftskammer.

Zahlen und Fakten aus Pferdesport und -Zucht

November 2020

Die FN hatte eine neue Marktanalyse zur Untersuchung von Pferdesport und -Zucht in Auftrag gegeben. Die Ergebnisse liegen nun vor und dokumentieren mit ihren Zahlen die Veränderungen, die im Reitsport u. a. auch durch den demografischen Wandel stattgefunden haben. Sehr positiv fällt auf, dass sich der Pferdesport in Deutschland immer noch großer Beliebtheit erfreut und somit gegenüber anderen Sportarten weiterhin konkurrenzfähig bleibt. 

Alle Zahlen Daten und Fakten aus der Studie finden Sie hier.

Zukunft des Wolfes in Deutschland

11.11.2020

Das Aktionsbündnis Forum Natur (AFN) hat ein 10-Punkte-Programm mit Forderungen anlässlich der Umweltministerkonferenz am 11. - 13. November vorgelegt.

"Die neuen amtlichen Zahlen des Bundesamtes für Naturschutz belegen eine dramatische Zunahme des Wolfsbestandes in Deutschland. Das hat erhebliche Folgen für den ländlichen Raum, die Landnutzer und vor allem die Weidetierhaltung – die Schäden steigen weiter an, naturnahe Weidewirtschaft gerät in Gefahr und gleichzeitig schwindet die Akzeptanz für den Wolf."

Das Programm kann hier heruntergeladen werden.

 

Tierschutz im Pferdesport

Neue Leitlinien des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft:

Leitlinien zu Umgang mit und Nutzung von Pferden unter Tierschutzgesichtspunkten.

(BMEL 2020) "Mit den vorliegenden Leitlinien für den Tierschutz im Pferdesport werden die vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft im Jahre 1992 herausgegebenen Vorgängerleitlinien grundlegend überarbeitet und abgelöst. Damit sollen der aktuelle wissenschaftliche und der aus der Praxis resultierende Kenntnisstand möglichst umfassend berücksichtigt werden. Diese Leitlinien geben eine Orientierungshilfe für die Auslegung der allgemeinen Regelungen des Tierschutzgesetzes. Sie sollen als antizipiertes Sachverständigengutachten alle Personen, die mit Pferden umgehen, die zuständigen Behörden und die Gerichte bei der Entscheidung unterstützen, ob eine Nutzung von Pferden den Vorschriften dieses Gesetzes entspricht. Die vorliegenden Leitlinien zeigen die Anforderungen auf, welche an den Umgang mit und die Ausbildung sowie das Training von Pferden und an jegliche Nutzung dieser Tiere, insbesondere in sportlichen Wettbewerben (einschließlich Zuchtleistungsprüfungen), in der Freizeit, bei der Reiter- und Fahrerausbildung, bei Schaustellungen aber auch in der Land- und Forstwirtschaft, unter den Aspekten des Tierschutzes zu stellen sind.* Unabhängig von der Art der Nutzung muss das Wohlbefinden der Pferde jederzeit oberste Priorität haben. Dies gilt nicht nur für die Nutzung selbst, sondern auch bei Aufzucht, Ausbildung und Training sowie wenn eine Nutzung vorübergehend oder dauerhaft nicht mehr möglich ist."

Quelle: Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft

* Hinsichtlich der Haltung von Pferden und deren Beurteilung aus Tierschutzsicht wird auf die „Leitlinien zur Beurteilung von Pferdehaltungen unter Tierschutzgesichtspunkten“, herausgegeben durch das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft, verwiesen.

Download BMEL Neue Leitlinien zu Umgang mit und Nutzung von Pferden unter Tierschutzgesichtspunkten

 

Pferdeland Niedersachsen GmbH

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